Mo 9.05.2016

Stubalpenmarathon Maria Lankowitz

von: ghostwriter | 804 Betrachtungen seit 26.02.2007 | Letzte Änderung: 09.05.2016 22:04 Uhr
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Am Samstag 7.5.2016 fand ein denkwürdiges Rennen, der Stubalpenmarathon in Maria Lankowitz statt. Der Saisonauftakt der Top Six Rennserie und auch Teil der Mountainbike Challenge wird wohl den Extrem bzw. Classic-Distanz-Fahrern länger in Erinnerung bleiben.

Der Wetterbericht sagte maximal kurze Regenschauer und einzelne Gewitter am Nachmittag voraus. In Wien schwitzte man bei über 20°C strahlendem Sonnenschein und sonnte sich auf der Donauinsel oder der Alten Donau. Am Start strahlte noch die Sonne mit den Marathonteilnehmern um die Wette. Es war heiß und die Teilnehmer schwitzten. Kurz vor dem Start tauchte eine schwarze Wolke über den Bergen auf. Einen Mountainbiker versetzt sowas aber nicht gleich in Angst und Schrecken. In den Bergen ist sowas ja eher das tägliche Brot, das Salz in der Suppe, dass das Leben interessant macht.

Der Massenstart aller Strecken erfolgte pünktlich um 9:30 Uhr. Es war einiges los. Der erste Anstieg auf Asphalt zog sich etwas und hatte nur geringe Steigung. 15 Minuten nach dem Start ging es dann ab ins Gemüse und der erste kurze Regenschauer ergoss sich über die Strecke. No Problemo. Trotzdem noch alles ziemlich trocken. Hin und wieder tröpfelte es ein bisschen. Ab 11:30 Uhr begann es dann aber endgültig zu regnen. Es kühlte auf 11 – 12°C ab und der Boden wurde immer tiefer und somit anstrengender zu fahren. Die Downhills waren schlammig und rutschig. Die Sicht war durch die Brille und den Schlamm, der in die Augen spritzte, gleich null. Der Regen ging nach einiger Zeit in eine Sintflut über und man war sofort komplett durchnässt. Donner. 7°-8°C. Nach einiger Zeit begann es sogar zu hageln.

Hagel bei 50km/h bergab tut verdammt weh und man möchte nur mehr schreien. Der Hagel hörte aber bald wieder auf. Der 2. Hagelschauer ließ aber nicht lange auf sich warten. Es wurde nun wirklich finster und die Blitze kamen gefährlich nahe. Man war eins mit den Elementen der Natur. So nah wie man nur irgendwie sein kann. Es kühlte weiter ab. 4°C. 2°C. Am letzten längeren Anstieg auf ca. 1100 – 1300m Seehöhe lag plötzlich am Boden 2-3cm Hagel- / Schneegemisch. Nur ein paar Reifenspuren waren zu sehen. Die meisten Fahrer waren natürlich in kurzer Hose und kurzem Trikot ohne zusätzliche Bekleidung unterwegs. Die Finger waren steif. Man konnte kaum mehr den Lenker halten oder bremsen. Fahren, fahren, vollgas! Stehen bleiben ist nicht! Defekte oder Stürze können schnell mit Unterkühlung und Lebensgefahr enden.

Der Alpentourtrail war auch ziemlich feucht aber gut zu fahren. Ohne Sicht fuhr man in Rinnsalen hinunter und hatte damit zu tun irgendwie dank steifer Finger dosiert zu Bremsen, die richtige Linie zu finden und nicht zu stürzen. Auf der folgenden Forststraße wurde es dann dank dem Fahrtwind so richtig kalt. Man möchte am liebsten vor Kälte schreiben. Doch je weiter man runter kam desto trockener und wärmer wurde es. Im Ziel wurde man dann wieder von der Sonne begrüßt und es war trocken. Es war so als wäre das alles nie passiert.

Angeblich wurde das Rennen sogar abgebrochen – Siegerehrung und Wertung gab es aber trotzdem. Von ca. 103 Startern haben es nur 67 ins Ziel geschafft. Die Organisation, Nudeln und insbesonders die Streckenbeschildung war 1A. Die Strecke war eher technisch unanspruchsvoll und auf der einfacheren Seite aber trotzdem interessant. Die roten Flecken von den Hagelkörnern auf den Armen werden den Helden noch länger in Erinnerung bleiben. Denn jeder der bei diesen Bedingungen gefinished hat, war eines – ein Held! 😉

Zu den Ergebnissen: Christoph wurde 2. in seiner Altersklasse und 3. Overall auf der Extremdistanz. Alfred wurde 3. in seiner AK auf der Smalldistanz. Markus verpasste als 4. auf der Funstrecke das Podest. Christian und Michi komplettierten die orange Armada auf der Extremdistanz.

Rennbericht Christoph:

Am Samstag stand bereits das nächste Rennen am Programm. Die dritte Station der Challenge brachte uns nach Maria Lankowitz. Die Strecke ist mir zwar noch nie wirklich entgegen gekommen, dennoch war ich zuversichtlich ein gutes Ergebnis einzufahren.

Am Start hatte ich noch schwere Beine was sich dann aber auf den ersten Kilometern etwas besserte. Relativ schnell bildete sich eine Spitzengruppe in der ich mich halten konnte. Auf den nächsten Kilometern konnten der Sieger der letzten beiden Rennen und ich uns von unseren Gegnern lösen. Der Vorsprung wurde zwar nur langsam größer aber jede Sekunde zählt. Lange konnten wir das Rennen bestimmen. Nach knapp zwei Drittel des Rennens musste ich dann dem intensiven Rennen am Donnerstag und dem langen Dienst gestern Tribut zollen. Der Körper wollte einfach nicht mehr mitspielen. Somit versuchte ich mein eigenes Tempo zu finden. Leider war mein Körper bereits zu sehr ausgelaugt und ich musste noch einen Fahrer passieren lassen. Am Ende des Rennens konnte ich einen dritten Gesamtrang und den zweiten Platz in der Altersklasse ins Ziel bringen. Nicht ganz das Ergebnis das ich mir erhofft habe, aber immerhin wieder am Podest.

Fotos: Michi
Text: Christoph, Michi

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